AFGHANISTAN und die Sowjetunion


Der Beistandsvertrag zwischen der Sowjetunion und der sozialistischen afghanischen Regierung wurde am 5. Dezember 1978 in Moskau unterzeichnet. 


Er trug den Titel:


"Vertrag über Freundschaft, gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zwischen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der Demokratischen Republik Afghanistan". 


Der Vertrag sah eine 20-jährige Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Militär vor, und beinhaltete eine Klausel, die direkte sowjetische Militärhilfe im Falle einer Bedrohung der afghanischen Regierung durch islamische Aufstände ermöglichte.


Inhalt des Vertrags:


Freundschaft und Zusammenarbeit: Der Vertrag erklärte die Freundschaft der beiden Staaten und sah eine Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen vor, darunter Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Medien und Sport.

Militärhilfe: Ein zentraler Punkt war die Klausel, die eine direkte sowjetische Militärhilfe vorsah, falls die afghanische Regierung durch Aufstände oder andere Bedrohungen gefährdet würde. 


20-jährige Laufzeit: Der Vertrag war auf eine Laufzeit von 20 Jahren angelegt und konnte bei Bedarf verlängert oder aufgehoben werden. 


Unterzeichner:


Der Vertrag wurde von Leonid Breschnew, dem Staatspräsidenten der Sowjetunion, und Nur Muhammad Taraki, dem Ministerpräsidenten der Demokratischen Republik Afghanistan, unterzeichnet.


Vorgeschichte:


Die Sowjetunion hatte bereits seit den 1950er Jahren eine enge Beziehung zu Afghanistan aufgebaut und unterstützte das Land mit wirtschaftlicher und militärischer Hilfe.


Aufstände und Intervention:


Im Jahr 1978 kam es zu bewaffneten Aufständen gegen die sozialistische Regierung in Afghanistan, was die Sowjetunion dazu veranlasste, ihre militärische Unterstützung gemäß Beistandsvertrag zu verstärken.


Die Einhaltung des Vertrags:


Nach der Ermordung von Nur Muhammad Taraki und der Machtübernahme von Hafizullah Amin im Jahr 1979 rückte die sowjetische Armee in Afghanistan ein. Breschnew tat das nicht grundlos, denn hätte er die Beistandsklausel nicht eingehalten, wäre das in der westlichen Welt ebenso drastisch von der Presse verunglimpft worden wie der erfolgte Einmarsch! Zudem hätte die Sowjetunion ihre internationale Glaubwürdigkeit bezüglich eines Beistandsvertrags verloren. Der Putsch der Mudschaheddin (siehe CIA und die Islamisten weiter unten) und die Ermordung des sozialistischen Präsidenten hatten einen zehnjährigen Krieg zur Folge.


Veränderung der Beziehungen:


Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen im Jahr 1989 brach ein Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Mudschaheddin-Gruppen aus, der das Land weiter destabilisierte. 


Folgen:


Der Krieg hatte verheerende Auswirkungen auf Afghanistan und führte zu einer jahrzehntelangen Phase der Instabilität und Gewalt.


Die CIA und die Islamisten


Ab den 1950er Jahren unterstützte die CIA islamistische Gruppen in Afghanistan. Diese Unterstützung erfolgte vor allem durch die Bereitstellung von Waffen und finanziellen Mitteln für die Mudschaheddin, die gegen die sowjetischen Truppen und gegen die Demokratische Republik Afghanistan kämpften. 


Die CIA spielte somit wie so oft eine zentrale Rolle bei der Bewaffnung und Finanzierung der Mudschaheddin, um den sowjetischen Einfluss in der Region zurückzudrängen.


Die Unterstützung der CIA für die Mudschaheddin hatte langfristige Folgen für Afghanistan, einschließlich des Aufstiegs der Taliban und des anhaltenden Konflikts in der Region.


Das muss man wissen, denn es wiederholt sich gerade in der Ukraine!



(Autor: Maik Nixdorf/ www.nixdorfmedien.de)